Neben den vielen verschiedenen Fertig-Coils die es für Verdampfer von E-Zigaretten gibt, kann man auch auf sogenannte Selbstwickler zurückgreifen, unabhängig, ob man DTL- oder MTL-Dampfer ist. Möchte man sich solch einen Verdampfer zulegen, sollte man auf die Zusatzbezeichnungen RTA bzw. RDA achten. Erstere ist ein Selbstwickler mit einem Tank fürs Liquid, während Letztere für ein Tröpfler-Modell steht. Bei einigen Herstellern werdet ihr auch die Bezeichnung RDTA vorfinden, hierbei handelt es sich um eine Kombi aus beiden zuvor genannten Verdampfern, sprich ein Tröpfler mit Tank.

Bei solchen Verdampfern ist das grundsätzliche Außendesign nicht anders als bei Modellen mit Fertig-Coilern, im Inneren ist der Unterschied dann aber direkt bemerkbar.

Während bei Verdampfern mit Fertig-Coil ein Schraubgewinde vorzufinden ist, wo dann die Ready-to-use Coil einfach nur reingeschraubt wird, findet man bei Selbstwicklern, ein Wickeldeck, auf dem euer selbst gedrehter Coil befestigt werden muss.

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Equipment – Selbstwickler

  • Damit das Wickeln des gewünschten Drahtes zu einer Coil einfacher geht, kann man sich Equipment besorgen, welches den gesamten Vorgang erleichtert.
  • Mit einer Wickelhilfe ist das Wicklen der Coil ein Kinderspiel, unabhängig, wie viel Durchmesser diese haben und aus welchem Draht diese bestehen soll
  • Ist die Coil fertig gewickelt und mit den Schrauben vom Wickeldeck befestigt (ein kleiner Schraubenzieher liegt den Verdampfern meist bei), bedarf es noch einen Seitenschneider, um den überstehenden Draht der Coil zu kürzen
  • Nun möchte man die Wicklung überprüfen, den Widerstand ermitteln sowie evtl. ausglühen. Dies geht entweder direkt am Akkuträger der E-Zigarette oder einem Widerstandsmessgerät, wie diesem und diesem vom Hersteller Coil Master
  • Danach muss die Watte her, hier haben sich die Bacon Watte und Muji Watte bei vielen Dampfern als optimal geeignet etabliert
  • Um die Watte in Form zu bringen, durch die Coil zu ziehen bzw. diese an den Enden etwas auszufransen, greifen wir zu einer Keramikpinzette
  • Möchte man das benötigte Werkzeug schön beisammenhaben, so gibt es auch praktische Sets, wie das DIY Kit Mini sowie V3 Kit
  • Zu guter Letzt benötigt ihr natürlich noch Draht für eure Wicklung. Hier gibt es auf dem Markt unterschiedliche Hersteller sowie verschiedene Materialien. Das Portal vapeChecks ist komplett auf MTL-Dampfen ausgerichtet, weswegen für den Start ein Kanthal A1 Draht (0,30-0,40 mm) mehr als ausreichen sollte.

E-Zigarette – Coil selbst wickeln

  • Ein ausreichend großes Stück des gewählten Drahts abschneiden
  • Den Draht in das genannte Wickel-Tool einführen und den gewünschten Durchmesser einstellen (Wickel-Tool bietet verschiedene zur Auswahl) – Alternativ einen anderen Gegenstand mit richtigem Durchmesser wählen und den Draht herumwickeln – Im Internet gibt es etliche Rechner-Tools, die euch verraten, wie viele Windungen ihr bei eurem gewählten Draht benötigt, um auf den gewünschten Widerstand (Ohm-Wert) zu kommen. Ein separates Review folgt!
  • Für Spaced Coils gibt es ebenfalls hilfreiche Wickel-Tools – Alternativ die fertige Coil auf der Wickel-Hilfe etwas auseinanderziehen
  • Die fertige Coil auf dem Wickel-Deck befestigen – Je näher die Coil am Luftloch befestigt ist, um so besser die Geschmacksentfaltung beim Dampfen
  • Widerstand per Widerstandsgerät oder am Akkuträger prüfen
  • Coil ausglühen, damit Verschmutzungen am Draht beseitigt sind – gleichzeitig sieht man, ob der Coil gleichmäßig von innen nach außen gleichmäßig über alle Windungen hindurch aufglüht
  • Sollte der Coil nicht gleichmäßig aufglühen, einfach mit einer kleinen Coil-Bürste oder der Keramikpinzette über die Coil streifen und erneut den Glüh-Vorgang wiederholen – bis die Coil gleichmäßig glüht.
  • Den abstehenden Draht schön eng am Wickeldeck mit dem Seitenschneider kürzen – manche Wickeldecks haben hier zudem einen etwas größeren Hohlraum, wo man noch das letzte überstehende Stück Draht (nach Kürzung) hineindrücken kann
  • Nun muss noch die Watte verlegt werden. Hierzu machen wir uns einen Strang Watte fertig, ziehen diese durch die Coil und verlegen diese im Wickeldeck, was je Modell etwas anders verläuft
  • Das Watte verlegen ist dabei die kniffeligste Angelegenheit, zu wenig Watte bzw. wenn diese nicht richtig verlegt ist, resultiert meist mit Siffen bzw. Auslaufen vom Liquid, bei zu viel Watte bzw. wenn diese zu dicht ist, könnte es Nachflussprobleme geben und es kokelt. Hier muss jeder mit seinem Wickeldeck selbst herumexperimentieren, bis man die perfekte Menge sowie Art der Verlegung gefunden hat – mit etwas Routine wird aber auch das zum Kinderspiel
  • Watte-Tipp: Die Watte sollte nie die Luftlöcher berühren oder auf diesen aufliegen, sonst ist Siffen meist vorprogrammiert
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Coil selbst wickeln – Pro/Contra

Pro

  • Coils deutlich langlebiger (Manche Dampfer tauschen ihren Draht erst nach vielen Monaten aus – ein Fertig-Coil hält maximal 2-4 Wochen, teils auch unter 2 Wochen)
  • Mehr Einfluss auf Geschmacksentfaltung
  • Auf Dauer deutlich günstiger
  • Bei Liquid-Wechsel muss nur die Watte getauscht werden (Wenn man direkt alle Nuancen des neuen Liquids schmecken möchte)
  • Den Widerstand der selbst gewickelten Coil optimal auf sich abstimmen
  • Verschiedene Drähte laden zum experimentieren ein

Contra

  • Etwas mehr Arbeit als mit Fertig-Coils (Mit Routine bei gleichem Verdampfer wird dieser Umstand aber immer geringer)
  • Anschaffungskosten fürs Equipment (wenn benötigt)
  • Fingerspitzengefühl von Vorteil
  • Zu Beginn – bis man die Watte ordentlich verlegen kann – könnte der Verdampfer siffen

Wenn ihr eine E-Zigarette mit Selbstwickel-Verdampfer haben wollt, aber die Coils nicht selbst herstellen möchtet, so gibt es auch einige Hersteller, die diese Arbeit für Euch übernehmen.

– Jedes Tutorial unseres Info-Bereiches wird stets erweitert, sofern neue Tipps bekannt sind –