Das Liquid, welches für die E-Zigarette gebraucht wird, und quasi für den Geschmack aber auch Dampf sorgt, besteht aus nur recht wenigen Bestandteilen. Neben den unterschiedlichen Aroma-Zusammensetzungen ist für ein E-Zigaretten Liquid nämlich die sogenannte Base nötig, welche aus VG (Veganes Glycerin) sowie PG (Propylenglykol) besteht, die in unterschiedlichen Verhältnissen, je nach Verdampfer bzw. persönlichem Geschmack variiert werden können. In manchen Liquids bzw. Basen kommt auch noch destilliertes Wasser (H2O) bzw. Ethanol zum Einsatz.

In diesem Beitrag möchten wir die einzelnen Bestandteile etwas genauer betrachten, damit klar wird, wofür diese benötigt werden bzw. für was diese beim Dampfen sorgen. Gleichzeitig ergeben sich je Mischungsverhältnis einer Base auch Änderungen beim dampfen selbst.

Anwender, die ihr Liquid selbst mischen, können demnach entweder PG und VG separat erwerben und dann zusammenmischen, es gibt aber auch etliche Hersteller die Base in unterschiedlichen Abfüllungen und Mischungsverhältnissen anbieten. Wir nutzen hier beispielsweise gerne die Base von Ultrabio, OWL, Liquidlager oder my-Eliquid – meist 50:50 oder 70:30 (VG:PG).

Bei fertigen Liquids wiederum ist man auf die Mischung des Herstellers limitiert, dies gilt auch für Shortfill, wo bereits überaromatisiertes Liquid (Aroma+Base) verkauft wird. Nur bei reinen Aromen bekommt man die Möglichkeit, das Mischungsverhältnis mit eigener Base selbst zu bestimmen.

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VG (vegetable glycerin / pflanzliches Glycerin)

Das “Vegetable Glycerin” weist einen leicht süßlichen Geschmack auf und ist farblos sowie geruchslos. Neben dem Einsatz in Liquids bzw. Basen, wird VG, das Fähigkeiten als Lösungsmittel und Konservierungsmittel besitzt, auch im pharmazeutischen Bereich und in der Lebensmittelindustrie verwendet.

  • Als Lebensmittelzusatzstoff, mit der Bezeichnung E 422 zugelassen
  • Hygroskopische Flüssigkeit / hohes Wasserspeicherungsvermögen
  • Zähflüssige Konsistenz (höhere Viskosität als PG)
  • Ein zu hoher VG-Anteil kann besonders bei FertigCoilern zu Nachflussproblemen führen
  • Starke Dampfentwicklung & Dampfdichte
  • Je höher der VG-Anteil um so weicher, leichter wird der Zug, trotz starker Dampfentwicklung
  • Wird gerne im DL / Sub Ohm Bereich höher dosiert 70:30 & 80:20 (VG/PG) sind recht geläufig – Im MTL-Bereich eher bei 50:50 oder weniger

PG (Propylenglykol)

Das Molekül Propylenglykol ist ein Trägerstoff und Lösungsmittel für Enzyme, Antioxidantien, Emulgatoren und Farbstoffe. So gesehen handelt es sich dabei um einen geruchsfreien Alkohol, der zudem auch farblos sowie geschmackslos ist. Auch hier gibt es ein großes Einsatzfeld, wie beispielsweise bei Medikamenten & Kosmetika.

  • Als Lebensmittelzusatzstoff mit der Bezeichnung E 1520 zugelassen
  • Hygroskopische feuchtigkeitsbindende Flüssigkeit
  • Dünnflüssige Konsistenz
  • Trägerstoff – daher bessere Geschmacksentfaltung bei manchem Aromen
  • Geringe Dampfentwicklung und Dichte
  • Verstärkt den Flash / Throat Hit (Sättigungsgefühl in der Lunge)
  • Kann anstatt mehr Nikotin eingesetzt werden, sofern es nur um das leicht kratzige Gefühl im Rachen geht / Throat Hit 
  • Kann bei zu hoher Dosierung ein Kratzen auslösen
  • Bei zu hohem Anteil kann PG bei manchen Verdampfern zum Siffen führen
  • Eine Allergie gegen PG ist bei manchen Menschen bekannt, diese sollten eher auf VG-lastige Liquids setzen

Wie man an der Auflistung sieht, ist besonders für Umsteiger ein höherer PG-Anteil durchaus empfehlenswert. Viele denken, sie bekommen das leicht kratzige Gefühl bzw. den Flash oder Hit nur durch mehr Nikotin, dabei muss dies nicht immer richtig sein. Mit einem höheren PG-Anteil fühlt sich ein Zug an der E-Zigarette vom Gefühl der normalen Zigarette ähnlicher, ohne dass man dem Körper mehr Nikotin zuführen muss. Natürlich kann es aber auch durchaus sein, dass die Nikotinkonzentration des gewählten Liquids zu gering gewählt wurde.

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Base + H2O-Zusatz (destilliertes Wasser)

Besonders in der Vergangenheit war es üblich, der Base bzw. dem Liquid noch bidestilliertes Wasser hinzuzufügen. Mittlerweile gibt es diese Mischung aber nur noch recht selten bzw. die Nachfrage ist dank moderner Verdampfer gesunken.

  • Wird gerne in einer geringen Dosis, meist um die 10% in VG-lastigen Liquids zum Verdünnen eingesetzt
  • Sorgt für besseren Nachfluss
  • Wird aktuell nur noch in einigen Fertig-Liquids eingesetzt – früher Standard
  • Sorgt besonders in Selbstwicklern aber auch manchen Fertigcoilern oft zum Knistern und Spritzen – Wir würden solche Liquids eher in Pod-System einsetzen
  • Das Dampfgefühl verändert sich etwas – hinsichtlich geringerer Dampfentwicklung

Base + Ethanol-Zusatz

Neben destilliertem Wasser kommt auch Ethanol (Alkohol) in Base bzw. Liquids zum Einsatz, hier sollte man auf unvergälltes Ethanol aus der Apotheke setzen. Ethanol hat einen Eigengeschmack und Geruch, sodass man nicht zu hoch dosieren sollte.

  • Bei VG-lastigen Liquids mischen manche User gerne einen geringen Anteil Ethanol hinzu, der manche Aromen intensiver schmecken lässt
  • Ethanol macht VG-lastiges Liquid bzw. Base deutlich dünnflüssiger (Mehr als destilliertes Wasser) – Besonders wichtig für User, die wegen einer Allergie kein PG nutzen können
  • Verändert oft etwas den Geschmack des Aromas

Wir benutzen grundsätzlich keine Basen oder Liquids mit zusätzlich zugeführtem destillierten Wasser, da es uns beim Dampfen einfach nicht gefällt. Wir möchten an dieser Stelle aber auch keine Empfehlung für ein gutes Mischungsverhältnis wiedergeben, am besten man experimentiert etwas rum, nur so kann man die für sich beste Liquid-Zusammensetzung finden. Zudem hat es sich auch bewährt, für verschiedene E-Zigaretten Typen (FertigCoiler, Selbstwickler, Pod-Systeme) speziell angemischte Liquids hinsichtlich Mischungsverhältnis zu nutzen. Wer dies nicht möchte, könnte aber problemlos mit 50:50 starten und sich dann mit dem VG hocharbeiten bzw. andersrum.

Neben einem guten Mischungsverhältnis des Liquids ist auch die richtige Menge Nikotin entscheidend und erst recht das für sich optimale E-Zigaretten-Modell.

– Jedes Tutorial unseres Info-Bereiches wird stets erweitert, sofern neue Tipps bekannt sind –